Zum Inhalt springen
Methodenvergleich

Verfahren A und B im Vergleich

Verfahren A schätzt, Verfahren B berechnet. Die Wahl entscheidet über Förderung, Wärmepumpentauglichkeit und Qualität. Diese Seite vergleicht beide Methoden in Aufwand, Kosten, Schritten und Ergebnis nebeneinander.

Was sind die Grundlagen von Verfahren A und B?

Beide Verfahren stammen aus der VDZ-Bestätigung des Forums Wohnenergie. Der Unterschied liegt in der Datenbasis für die Heizlast.

Verfahren A nutzt einen pauschalen Heizlastansatz: rund 100 Watt pro Quadratmeter je Raum, modifiziert nach Bauteilkennwert. Der Fachbetrieb misst die Heizkörper und nimmt die Anlage auf, eine raumweise Heizlastberechnung entfällt.

Verfahren B verlangt eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Pro Raum gehen Außenwand, Dach, Fenster, Lüftungsverlust, Solltemperatur und Reduktionsfaktoren in die Rechnung ein. Erfasst werden alle Bauteile, Wandstärken und Glasarten. Das Ergebnis ist prüffähig und förderfähig.

Beide Verfahren münden in dieselbe Umsetzung: Voreinstellung am Ventil, Pumpe einstellen, Heizkurve anpassen, VDZ-Bestätigung ausstellen.

Wie unterscheiden sich Verfahren A und B in zehn Kriterien?

Direktvergleich, damit Sie die Methoden in jeder Dimension einordnen können.

KriteriumVerfahren AVerfahren B
HeizlastPauschal, 60 bis 120 W/m² je nach SanierungsstandRaumweise nach DIN EN 12831
BauteilaufnahmeSichtprüfungVollständige Aufnahme U Werte, Glasart, Lüftung
Planungszeit2 bis 4 Stunden8 bis 16 Stunden
Vor Ort Aufwand EFHHalber TagEin Tag plus Planung
Kosten EFHab 390 €ab 590 €
BAFA FörderungNicht förderfähig15 % (mit iSFP 20 %)
WärmepumpeNicht ausreichendPflicht
BrennwertnutzungVerbessertMaximiert
BestätigungVDZ AVDZ B
PrüfbarkeitEingeschränktVoll dokumentiert

Wie hoch ist der Aufwand pro Verfahren?

Der Mehraufwand von Verfahren B steckt fast vollständig in der Aufnahmephase. Die eigentliche Voreinstellung dauert in beiden Verfahren gleich lange.

Verfahren A im Ablauf

  1. 01 Wohnfläche je Raum erfassen
  2. 02 Heizlast als Wohnfläche mal Bauteilkennwert
  3. 03 Heizkörperleistung aus Datenblatt
  4. 04 Voreinstellung berechnen und drehen

Verfahren B im Ablauf

  1. 01 Bauteilaufnahme aller Außenwände, Dächer, Fenster
  2. 02 U Werte aus Baujahr oder Aufnahme
  3. 03 Lüftungsverluste je Raum nach Nutzung, Grundlage ist das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6
  4. 04 Solltemperaturen je Raum festlegen
  5. 05 Norm Außentemperatur am Standort
  6. 06 Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 bestimmen
  7. 07 Heizkörperauswahl prüfen
  8. 08 Voreinstellung berechnen, dokumentieren, drehen

Wie funktioniert die Berechnung im Detail?

Die Volumenstromformel ist in beiden Verfahren identisch. Unterschied liegt im Heizlastwert, der in die Formel geht. Verfahren B nach DIN EN 12831 setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Transmissionswärmeverluste, Lüftungswärmeverluste, Aufheizleistung und Wärmebrückenzuschlag.

Formel

Volumenstrom (l/h) = Heizlast (W) / (Spreizung (K) × 1,16)

Konstante 1,16 ergibt sich aus der spezifischen Wärmekapazität von Wasser (4,18 kJ/kg·K) und der Dichte. Das Resultat ist der Volumenstrom in Liter pro Stunde, der durch den Heizkörper fließen soll. Aus der Voreinstelltabelle des Herstellers wird der passende Wert für das Ventil abgelesen.

Heizlast-Mini-Rechner

Schätzen Sie die Heizlast Ihres Gebäudes nach Verfahren A mit Wohnfläche und Sanierungsstand. Für förderfähige Anträge braucht es Verfahren B mit raumweiser Berechnung, der Wert hier ist eine schnelle Orientierung.

50140 m²400
Heizlast Pauschal
14.000 W
Auslegungsleistung
14 kW
Verfahren-Empfehlung
A

Pauschalwert nach Verfahren A. Für BAFA Förderung wird raumweise nach DIN EN 12831 gerechnet (Verfahren B).

Welches Verfahren ist BAFA-förderfähig?

Die BEG-EM-Richtlinie verlangt seit der Novelle Verfahren B als Standard. Verfahren A bleibt für Komfortverbesserungen ohne Förderung.

Verfahren A ohne Förderung

Geeignet, wenn keine BAFA-Förderung beantragt wird und der Brennwertkessel nur näher an seinen Sollpunkt soll. Komfortverbesserung und Stromersparnis bleiben dabei erhalten.

Verfahren B mit Förderung

Pflicht für BAFA BEG EM, BAFA-Heizungstausch, KfW-Effizienzhaus und Wärmepumpenförderung. Der iSFP-Bonus addiert fünf Prozentpunkte. Details zur Förderung.

Wann reicht Verfahren A und wann nicht?

Drei Konstellationen entscheiden, ob A genügt oder B Pflicht wird.

A reicht bei

Bestandsanlage mit Gasbrennwertkessel, keine Förderung, keine Wärmepumpenpläne. Eigentümer wollen Komfort und Stromersparnis. Sonderfälle wie das Einrohrsystem brauchen mehr Planung.

B Pflicht bei

BAFA- oder KfW-Förderung, geplanter Wärmepumpenwechsel, GEG-Heizungsprüfung mit Optimierung.

B empfohlen bei

Energetisch saniertem Altbau, Mehrfamilienhaus mit Strangregulierung, Fußbodenheizung im Mischbetrieb.

Welche Software wird für Verfahren B eingesetzt?

Verfahren B verlangt eine prüffähige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Im deutschen Markt sind vier Programme bei SHK-Fachbetrieben und Energieberatern weit verbreitet.

ProgrammFunktionsumfangLizenz
Hottgenroth Heizlast ProVollständige DIN EN 12831, Bauteilkatalog, Lüftungsverlusteab 90 €/Monat
IBN HydraulikSpezialisiert auf hydraulischen Abgleich, schließt an Heizlast Daten anab 350 €/Jahr
ZUB HelenaHeizlast plus Energiebedarfsausweis, modular kaufbarab 250 €/Modul
EVEBIKlassiker für SHK Betriebe, integriert Heizlast und Abgleichab 1.200 €/Jahr

Für die einmalige Anwendung im eigenen Einfamilienhaus lohnen Profi-Lizenzen selten. Praxis: Der Energieberater rechnet die Heizlast und übergibt die Ergebnisse als PDF. Die Detail-Übersicht zur Software zeigt Apps und Open-Source-Alternativen.

Alle vier Programme liefern als Output eine raumweise Liste mit Watt je Raum, dazu Wärmebrückenzuschlag, Lüftungsverlust und Auslegungs-Vorlauftemperatur als Empfehlung. Diese Werte gehen direkt in die Voreinstellung am Thermostatventil ein.

Wie sieht ein Berechnungsbeispiel für Verfahren B aus?

Reihenhaus aus 1985 in Bonn, 134 Quadratmeter, neuer Brennwertkessel, geplanter Wärmepumpenwechsel.

RaumFlächeHeizlast BSpreizungVolumenstrom
Wohnzimmer24 m²1.680 W15 K97 l/h
Küche12 m²700 W15 K40 l/h
Bad8 m²880 W15 K51 l/h
Schlafzimmer16 m²900 W15 K52 l/h
Kinderzimmer14 m²820 W15 K47 l/h
Arbeitszimmer12 m²720 W15 K41 l/h

Verfahren A hätte überall 100 W/m² angenommen, also für das Bad nur 800 Watt statt 880. Das Bad wäre nach A unterversorgt. Verfahren B erkennt höhere Solltemperatur und Auslegung im Bad und gibt mehr Wassermenge.

Wie wählen Sie das passende Verfahren?

Drei Fragen führen zur richtigen Wahl, ohne Bauchgefühl.

Frage 1

Wollen Sie BAFA- oder KfW-Förderung beantragen? Wenn ja: Verfahren B.

Frage 2

Planen Sie eine Wärmepumpe in den nächsten fünf Jahren? Wenn ja: Verfahren B.

Frage 3

Haben Sie ein Mehrfamilienhaus mit Strangregulierung? Dann ist Verfahren B technisch sinnvoll.

Wer dreimal Nein sagt, kann Verfahren A wählen und spart 30 bis 50 Prozent der Kosten. Wer mindestens einmal Ja sagt, fährt mit Verfahren B besser.

Wie läuft Verfahren B in der Praxis ab?

Wer Verfahren B beauftragt, sollte wissen, was im Hintergrund passiert. Diese sechs Schritte deckt jeder Energieberater im Standardprozess ab.

  1. 01
    Bauakte sichten

    Bauteilkennwerte, Heizflächengröße, Vorhandene Heizlast Berechnungen aus Bauunterlagen.

  2. 02
    Vor Ort Aufnahme

    Raum für Raum: Außenwände, Fensterflächen, Glasart, Lüftungswege, Heizkörpermarke und Größe.

  3. 03
    Heizlast nach DIN EN 12831

    Software wie Hottgenroth oder ZUB Helena rechnet die Norm Heizlast pro Raum. Output: Watt je Raum.

  4. 04
    Vorlauftemperatur prüfen

    Wird der ungünstigste Raum mit Auslegungs Vorlauftemperatur warm? Wenn nein, größere Heizkörper oder höhere Temperatur.

  5. 05
    Voreinstellwerte

    Aus Volumenstrom und Hersteller Tabelle wird der Voreinstellwert je Heizkörper bestimmt. Dokumentation im Bauteilkatalog.

  6. 06
    VDZ Formular

    Alle Werte ins Formular, Unterschrift, Antragsnummer eintragen. Bereit zur Einreichung beim BAFA.

Die Hersteller Tabellen für Heimeier, Danfoss, Oventrop liegen in den jeweiligen Apps oder als PDF vor. Im Schritt 04 zeigt sich oft, dass im Altbau Heizkörper zu klein sind, das Verfahren B macht das transparent.

Hybride Vorgehensweise

In der Praxis kombinieren Energieberater gern: Bauteilaufnahme nach Verfahren B, aber pauschalierte Lüftungsverluste aus Tabellen statt Einzelraummessung. Das spart Zeit und liefert förderfähige Ergebnisse, sofern die Software diese Hybridform unterstützt.

Bei Bestandsgebäuden mit unklaren U Werten setzen erfahrene Berater konservativ höhere Werte an. Lieber 5 Prozent mehr Heizlast als zu wenig, das schützt vor unterversorgten Räumen nach Umsetzung.

Übergangsregelungen 2026

Mit der Novelle des GEG zum Jahresanfang 2025 wurde die Anwendung von Verfahren B in der Heizungsförderung präzisiert. Übergangsweise akzeptierte das BAFA bis Mitte 2025 auch hybride Aufnahmen mit teilweise pauschalen Werten. Seit Mitte 2025 ist die vollständige raumweise Berechnung Pflicht für alle Förderpfade. Verfahren A spielt nur noch eine Rolle in der reinen Komfortoptimierung ohne Förderung. Wer 2026 startet, plant ausschließlich mit Verfahren B.

Verwandte Themenseiten

Diese Seiten passen thematisch zum hydraulischen Abgleich und vertiefen einzelne Aspekte.

Häufige Fragen

Antworten auf die Fragen, die wir am häufigsten zur Themenseite bekommen.

Was ist der Hauptunterschied zwischen Verfahren A und B?

Verfahren A nutzt eine pauschal geschätzte Heizlast nach Wohnfläche, Verfahren B berechnet die Heizlast raumweise nach DIN EN 12831. Verfahren B ist Voraussetzung für BAFA Förderung und Wärmepumpentauglichkeit.

Welches Verfahren brauche ich für BAFA Förderung?

Verfahren B. Die BEG EM Richtlinie verlangt eine raumweise Heizlast als Grundlage für den geförderten Abgleich. Verfahren A reicht für die Förderung nicht.

Was kostet Verfahren B im Einfamilienhaus?

Im Einfamilienhaus mit bis zu zehn Heizkörpern liegen die Kosten für Verfahren B ab 590 Euro. Der Mehraufwand gegenüber Verfahren A beträgt ab 200 Euro.

Reicht Verfahren A für eine Wärmepumpe?

Nein. Wärmepumpen brauchen exakte Spreizung und niedrige Vorlauftemperatur. Beides funktioniert nur mit Verfahren B und raumweiser Heizlastberechnung.

Kann ich später von A auf B wechseln?

Theoretisch ja, praktisch wird die Aufnahme noch einmal vollständig durchgeführt. Es ist günstiger, gleich Verfahren B zu wählen, wenn Förderung oder Wärmepumpe in den nächsten Jahren möglich sind.

Welches Formular gehört zu welchem Verfahren?

Das VDZ Formular hat zwei Ausführungen, A und B. Es enthält Anlagedaten, Voreinstellwerte und Pumpenkennlinie. Bei Verfahren B kommt der Heizlast Anhang hinzu, der jeden Raum dokumentiert.

Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zu hydraulischem Abgleich, Förderung und Pflicht aus § 60c GEG. Quellenbasis sind die BEG EM Richtlinie, das Gebäudeenergiegesetz, DIN EN 12831 sowie das VDZ Bestätigungsformular.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 9. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • VDZ Bestätigung Verfahren A und B
  • Hersteller Datenblätter, Heimeier, Oventrop, Danfoss
  • Gebäudeenergiegesetz, § 60c
  • DIN EN 12831, Heizlast
  • BEG EM Richtlinie, BMWK
  • BAFA Merkblatt Heizungsoptimierung
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Förderlogik, GEG Vorgaben oder VDZ Formulare ändern. Stand dieser Seite: 9. Juni 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.

KI und redaktionelle Prüfung

Recherche und Textentwurf werden durch KI Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft. Zahlen, Paragrafen und Fördersätze werden bei jeder Aktualisierung gegen die Originalquelle abgeglichen.

Diese Seite ist redaktioneller Ratgeberinhalt, keine Rechts oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte gelten BAFA Merkblätter, GEG Wortlaut und Aussagen Ihres Energieberaters.

Bereit für den nächsten Schritt?

Schnellcheck in 60 Sekunden, danach Festpreis und Verfahrensempfehlung. Unverbindlich, ohne Anruf.

Schnellcheck starten
Newsletter

Heizungsoptimierung in Ihrem Posteingang

Drei kompakte E Mails: Verfahren A und B, BAFA Förderung, Pflicht GEG. Kein Spam, jederzeit kündbar.

Schnellcheck starten